Flix: Don Quijote

Comicvorstellung


Statuengruppe Don Quijote Sancho PanzaWer kennt ihn nicht, Alonso Quijano, der als Ritter von der traurigen Gestalt auszieht um Abenteuer zu erleben, Gefahren zu bestehen und gegen das Unrecht in der Welt zu kämpfen, weil er zu viele Ritterromane gelesen hat und Fiktion für Realität hält. Mit seinem „Don Quijote“ parodiert Miguel de Cervantes Anfang des 17. Jahrhunderts das Genre Ritterroman und führt dem Leser vor Augen, dass übermäßige Lektüre desselben verrückt macht.

Der in Berlin lebende Comiczeichner, -autor und Cortoonist Flix (Felix Görmann) hat sich für seinen neusten Comic genau dieses literarischen Klassikers bedient. Was zunächst respektlos erscheint, ja geradezu als blasphemischer Angriff gegen einen Klassiker der Weltliteratur, entpuppt sich als neue Story. Genau genommen entlehnt Flix die Hauptmotive aus Cervantes Original und passt sie kurzerhand an die Gegenwart an. Was etwas merkwürdig klingt, ist genial durchdacht und keineswegs bloße Adaption.

Ganz wie Cervantes greift auch der Comiczeichner Flix auf das Genrespiel zurück. Sein Alonso Quijano, wohnhaft in Tobosow im Landkreis Müritz, beschwert sich in einem Leserbrief bei der F.A.Z. Redaktion über den „intellektuellen Schmutzfleck“ Comic im Feuilleton, es sei ja schließlich „allgemein bekannt, dass ,Comics‘ den Analphabetismus fördern“.  Natürlich gibt es wie im Original die imaginierte schöne Dulcinea, allerdings ist es in der zeitgemäßen deutschen Variante eine Katze. Statt den Riesen in Gestalt von Windmühlen bekämpft der Comic-Don Quijote den von der Aktiengesellschaft „La Mancha“ geplanten Windpark.

Das sind natürlich längst nicht alle Anspielungen auf Cervantes Zweiteiler. Immer wieder und unerwartet tauchen sie auf und man kommt aus dem Schmunzeln nicht heraus. Flix´Don Quijote ist ein gelungenes Pointenfeuerwerk mit raffinierten Geistesblitzen. Absolut „lesenswert“.  
 

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